Gemüse im Ökogarten – Kohlpflanzen

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Blumenkohl in Mischkultur mit Sellerie

Nährstoffe:
Kohlpflanzen sind Starkzehrer, das heißt sie benötigen viele Nährstoffe. Dies ist verständlich, wenn wir daran denken, dass die Kohlpflanzen ein große Blattmasse entwickeln sollen. Im Herbst versorgt man das Beet, das für Kohlpflanzen vorgesehen ist, mit halbverrottetem Mist oder mit halbreifem Kompost. Über Winter werden die Humusbestandteile abgebaut und stehen für die Vegetationszeit den Pflanzen zur Verfügung. Eine Zwischendüngung mit Brennnesseljauche, Hornmehl oder Rhizinusschrot kann während der Vegetationszeit erfolgen. Unsere Regel im Ökogarten: Die Pflanzen beobachten, immer gezielt düngen. Auf unseren Hoch- und Hügelbeeten wurden und werden Kohlpflanzen ständig angebaut. Hierbei ist zu beachten, dass die Hochbeete nach mehreren Jahren nicht mehr den Nährstoffvorrat zur Verfügung stellen können. Weiterhin ist das ausreichende Gießen noch dringlicher (siehe Schwerkraft, Wasser zieht nach unten).

Wasser:
Eine zweite Regel: Kräftig gießen. Die Ernte erfolgt direkt proportional mit der zur Verfügung stehenden Wassermenge. Unser Fazit: Lieber seltener und kräftig als häufiger und sparsam gießen.

WirsingWeißkohlRotkohl, Beet mit Rainfarn gemulcht

Kohlhernie:
Da alle Kohlpflanzen Kreuzblütler sind, werden sie von der Kohlhernie befallen. Die Krankheit wird von einem Pilz verursacht. An den Wurzelenden führt das Wachstum des Pilzes zu Wucherungen, das Wachstum der Kohlpflanze wird dadurch stark beeinträchtigt oder kann sogar zum Totalausfall der Ernte führen. Im Ökogarten streuen wir in die Pflanzlöcher der Kohlsetzlinge Kalk, der ein alkalisches Milieu erzeugt und das Pilzwachstum zurückdrängt. Man sollte darauf achten, dass auch andere Kreuzblütler wie Radies oder Mairüben die Krankheit übertragen können. In jedem Fall sollte man das Beet für Kohlpflanzen im nächsten Jahr wechseln.
Die befallenen Wurzeln vorsichtig ausgraben, um den Pilz zu beseitigen. Achtung Grünsaat Senf: Keine Kohlpflanzen auf ein Beet, auf dem Senf als Grünsaat angebaut wurde, setzen, denn Senf ist auch ein Kreuzblütler und kann die Kohlhernie ebenso übertragen. Fazit: Der Boden sollte für Kohlpflanzen leicht alkalisch sein.

Die Kohlhernie breitet sich an den Wurzelspitzen ausMan sieht an den Kohlrabipflanzen deutlich den Ernteverlust nach dem Befall mit KohlhernieZur Vorbeugung gegen den Pilz Kohlhernie wird Algenkalk in die Pflanzlöcher gestreut

Platzbedarf:
Wir haben die Kohlpflanzen im Ökogarten immer vorgezogen. Bei der Pflanzung sollte man daran denken, dass die erntereifen Kohlpflanzen wie Weißkohl, Rotkohl oder Wirsing viel Platz benötigen. Bei den genannten Kohlsorten sind 50 cm Abstand einzuhalten. Wir haben bei der Pflanzung zwischen die Kohlpflänzchen Salate gesetzt. Nach deren Ernte hatten die Kohlpflanzen dann genügend Platz, sich auszubreiten.

Mischkultur:
Im Ökogarten hat sich Sellerie als Mischkulturpartner bewährt. Durch seinen Geruch soll er Kohlweißlinge vom Anflug fernhalten. Wir haben die Beete zudem mit kleingeschnittenen Wermut- und Rainfarnpflanzen gemulcht, um den Kohlweißling abzuwehren. Wir haben die Kohlpflanzen nach dem Mondkalender angebaut. Es gibt Versuchsreihen mit Kohlrabi, die die Einflüsse des Mondes auf den Erfolg der Ernte nachweisen (Vortrag Heinz Erven 1988).

Kohl in Mischkultur mit TomatenKohl in Mischkultur mit Salat und SellerieNach der Ernte des Salates wird Platz frei für die Kohlpflanzen

Erfahrungen im Ökogarten:
Grünkohl und Rosenkohl vertragen leichten Frost. Sie entwickeln sogar mehr Geschmacksstoffe, wenn sie Frost hinter sich haben. Beim Grünkohl kann man die äußeren Blätter ernten und das Herz stehen lassen. Im Frühjahr treibt er wieder aus. Die zarten Sprosse können dann Verwendung finden. Auch der Rosenkohl wird nach und nach geerntet. Chinakohl wird von Schnecken sehr oft befallen, beim Anbau also die richtigen Maßnahmen ergreifen.

Kohlschädling: Der Kohlgallenrüssler (Made)Kohlschädling: Die KohlfliegeKohlschädling: Die Kohlweißlingsraupe

Im Ökogarten ernten wir beim Brokkoli die noch geschlossenen Blüten. Die Pflanze sollte stehen bleiben, denn der Brokkoli treibt in den Blattachseln immer wieder neu aus.

Bei manchen Kohlpflänzchen ist der untere Stiel verdickt. Diese Pflänzchen vernichten, denn die Wucherung rührt von dem Kohlgallenrüssler her, einem Käfer, dessen Larve sich vom Pflanzensaft ernährt. Bei Befall kommt es in der Regel zum Totalausfall der Ernte.

Kohlrabi SuperschmelzBrokkoliRosenkohl

Grünkohlanbau auf dem HochbeetChinakohlRotkohl

Mischkulturpartner im Biogarten: Salat, Sellerie, Tomaten
Pflanzenabstand in der Reihe: Weißkohl, Wirsing, Rotkohl, Blumenkohl, Rosenkohl, Grünkohl, Brokkoli: 50 cm
Kohlrabi, Chinakohl: 30 cm
Abstand der Reihen: 50 cm, Kohlrabi und Chinakohl 40 cm
Nährstoffansprüche: Starkzehrer, Kohlrabi Mittelstarkzehrer
Sorten (im Ökogarten eingesetzt): Weißkohl: Marner früh, Braunschweiger
Wirsing: Marner früh
Rotkohl: Marner Frührot und Marner Lagerrot
Blumenkohl: Erfurter Zwerg
Kohlrabi: Delikatess, Blauer Speck, Superschmelz
Grünkohl: Grüner Krauser

Blumenkohl Erfurter ZwergReiche Ernte vom HochbeetWeißkohl  kann für den Winter als Sauerkraut verarbeitet werden

Ökogarten-Empfehlungen: Ausreichend Nährstoffe zur Verfügung stellen, kräftig gießen, Mischkultur mit Sellerie, nicht zu dicht setzen, Algenkalk in die Pflanzlöcher streuen

Kohlpflanzen im Anzuchtkasten, die Orangenschale wird gegen weiße Fliege eingesetzt

Ökogarten der VHS Völklingen
Gehlheidstraße • 66333 Völklingen-Fürstenhausen

Aus dem VHS-Ökogarten ist der Bürgergarten Völklingen geworden:
zur Projektbeschreibung

Die VHS Völklingen bedankt sich bei allen Ökogärtnern, die zu diesem nachhaltigen Projekt ein Beitrag geleistet haben.