Stichwortverzeichnis L

Das Stichwortverzeichnis soll einen schnellen Zugriff auf ein Thema des Biologischen Gartenbaus ermöglichen. Haben Sie etwas Geduld, wir arbeiten nach und nach an dem Stichwortverzeichnis.

Wir erheben nicht den Anspruch der Vollständigkeit und der wissenschaftlichen Überprüfbarkeit. Die Themen wurden im Ökogarten bearbeitet und stellen den Erfahrungsschatz von 25 Jahren dar, nicht mehr und nicht weniger.

Laub dient über Winter als gutes Mulchmaterial für die BeeteLaub

Laub ist ein wertvoller Rohstoff im Biogarten. Er ist Kohlenstofflieferant und bei der Kompostierung neben Stroh unverzichtbar. Wir streuen Laub immer zwischen die Gemüseabfälle. Insbesondere im Hauskomposter sollten zwischen Essensreste Stroh oder Laub eingebracht werden. Auch bei dem Mulchen, der Flächenkompostierung setzen wir Laub ein. Insbesondere im Herbst decken wir die Beete mit einer Mischung aus Laub, Stroh, Pflanzenresten von den Beeten und Grasschnitt ab. Im Frühbeet bildet Laub die unterste Schicht. Dann kommt Mist und Gartenerde darauf. Im Hochbeet folgt die Laubschicht der Grassodenschicht.

Querverweise: Mulchen, Kompostierung, Kompost, Flächenkompostierung

Ein Holz- und Reisighaufen wird mit Laub abgedecktLaubhaufen

Laub ist ein wichtiger Rohstoff im Ökogarten. Er liefert den Kohlenstoff, den man im Komposter benötigt. Laub dient auch als Schichteinlage beim Mist- und Hochbeet. Beim Mistbeet isoliert es gegen Kälte zum Boden hin. Eine Erfahrung hat uns auf weitere Ideen kommen lassen. Wir haben beim Abräumen eines Laubhaufens eine Igelfamilie gefunden. Der Laubhaufen war also ein ideales Versteck, um den Tag zu überdauern. Also haben wir uns ein neues Biotopangebot ausgedacht. Wir haben einen Holzhaufen regelmäßig mit Laub abgedeckt. Die Packung war nicht zu dicht, sodass Hohlräume für den Igel vorhanden waren. Das Laub hielt den Regen und die Feuchtigkeit ab. Eidechsen, Blindschleichen, Käfer und Schlangen nutzen ebenso das angebotene Quartier, selbstverständlich nicht zusammen. Wenn sich ein Igel einquartiert hat, bleiben Käfer und deren Larven nicht verschont.

Querverweise: Kompostierung, Mistbeet, Hochbeet, Laub

Gesunde LauchpflanzenLauch oder Poree

Lauch ist im Ökogarten nicht nur ein geschätztes Gemüse, sondern auch ein guter Mischkulturpartner. Das Beet sollte gut gelockert sein. Da Lauchpflanzen Starkzehrer sind, sollte das Beet entsprechend Nährstoffe zur Verfügung stellen. Wir ziehen den Lauch im Frühbeet vor. Die kräftigsten Pflanzen werden dann ins ausgesuchte Beet verpflanzt. Beim Setzen der Lauchpflanzen machen wir 5 cm tiefe Löcher, stecken die Lauchpflanzen hinein und schlämmen den Lauch nach und nach zu. Durch das tiefere Setzen wird der weiße Schaft der erntereifen Lauchpflanze größer. Wir empfehlen im Ökogarten zu Mulchen und nach und nach mit Pflanzenjauche oder Knochenmehl zu düngen. Eine Überdüngung sollte vermieden werden, der Geschmack des Lauchs verändert sich dann zum Negativen. Die Beete werden im Ökogarten in Mischkultur angebaut.

Querverweise: Lauchmotte, Starkzehrer, Mischkulturen

Die Made der Lauchmotte tritt aus ihrem GangLauchmotte (Acrolepiopsis assectella)

Die Larven der Lauchmotte, einem Schmetterling, fressen in Gängen an der Lauchpflanze. Die Bekämpfung ist recht schwierig, da die Maden in den dicken Lauchblättern leben und Gänge bis zum Herz fressen. Bei Befall sollten die Lauchpflanzen kräftig zurück geschnitten werden. Sie treiben wieder aus und der Rest der Pflanze bleibt verschont. Als wirksame Vorbeugung hat sich die Abdeckung des Beetes mit einem Vlies bewährt. Damit das Vlies nicht auf den Lauchpflanzen aufliegt, haben wir im Ökogarten ein Holzgerüst gebaut, auf das das Vlies abgelegt wird.

Querverweise: Lauch, Vlies, Förderung von Nützlingen

Laufkäfer greifen eine Nacktschnecke anLaufkäfer

Laufkäfer sind wichtige Nützlinge im Ökogarten. Sie leben räuberisch und fressen Larven und Eier von Schadinsekten. Sie sind insbesondere nachts aktiv und gehen dann auf Jagd. Schön anzusehen ist der grünlich-gold schimmernde Goldlaufkäfer oder Puppenräuber (Puppen stellen das Entwicklungsstadium nach der Larve und vor dem fertigen Insekt) dar. Mächtig groß ist der Lederlaufkäfer. Laufkäfer findet man unter Steinen, Pflanzen oder Reisighaufen. Deshalb ist es wichtig, den Garten nicht "aufzuräumen" , sondern Lebensräume für diese Insekten bereit zu halten. Ein Steinhaufen, eine Wildgehölzhecke oder ein Laubhaufen sind genau das Richtige dafür. Im Ökogarten haben wir dutzende Unterschlupfmöglichkeiten für Laufkäfer. Wir haben beobachtet, dass große Laufkäfer auch vor den Nacktschnecken nicht halt machen.

Querverweise: Förderung von Nützlingen, Wildgehölzhecken, Steinhaufen, Käfer

Die ätherischen Öle sind auf der Blüte mit dem Digitalmikroskop gut zu sehenLavendel

Lavendel wird im Ökogarten und in der Küche eingesetzt. So sind Lavendelblüten Bestandteil der Herbes de Provence, wo Lavendel wild wächst. Wir haben Lavendel auf der Kräuterspirale und im Kräuterbeet angebaut. Er liebt einen sonnigen Platz und einen kalkhaltigen Boden. Für viele Menschen ist Lavendel eine schön blühende und duftende Pflanze für den Ziergarten. Früher wurde Lavendel zum Vertreiben von Motten und Fliegen in Wohnräumen eingesetzt. Seine Duftstoffe sollen auch Läuse fernhalten. So ist eine Pflanzung im oder am Rande des Rosenbeetes sehr sinnvoll. Heute werden die Öle zur Seifenherstellung und in der Kosmetikindustrie eingesetzt.

Querverweise: Mischkulturen, Kräuter im Garten, Kräuterspirale

Wichtig für die Krümelstruktur: Den Gartenboden mulchen und tiefenlockernLebendverbau

Wenn wir im Garten einen Boden als krümelig bezeichnen, benennen wir einen Lebendverbau, in dem eine Vielzahl von Organismen einen Ton-Humuskomplex gebildet hat. Ton, Pflanzenmaterial, Bakterien, Pilze, Springschwänze und viele andere Organismen sind hier tätig. Der Vorteil: Der Boden bleibt locker, das Wasser dringt ein und fließt nicht oberflächlich ab, luftgefüllte Hohlräume entstehen. Wir erreichen einen solchen Lebendverbau, indem wir den Boden bedeckt halten und durch das Mulchen viel organische Substanz einbringen, die die Lebensgrundlage der genannten Lebewesen ist.

Querverweise: Kompostierung, Gartenboden

Hier sehen wir den Kopf der Lederwanze von oben, gut zu erkennen Facettenaugen und Fühler sowie das HalsschildLederwanze (Coreus marginatus)

Die Lederwanze gehört zur Familie der Randwanzen. Die Lederwanzen ernähren sich von Pflanzensäften, die sie vor allem aus Pflanzenteilen saugen. Im Ökogarten treffen wir sie regelmäßig auf den großen Rhabarberblättern an. Sie richten keinen Schaden an. Der Saugrüssel ist übrigens unter den Körper abgeklappt.

Querverweise: Insekten, Wanzen, Biologischer Pflanzenschutz

Erbsen als Beispiel für LeguminosenLeguminosen

Leguminosen oder Hülsenfrüchtler wie Bohnen, Erbsen und Lupinen können den Stickstoff in der Lebensgemeinschaft mit Bakterien (Symbiose), sog. Rhizobien, binden. Eine Düngung der Leguminosen ist nicht notwendig. Leguminosen werden im biologischen Landbau oft zur Anreicherung von Stickstoff im Boden als Zwischenfrucht gepflanzt. So wird der Boden wieder mit Nährstoffen natürlich aufgebaut. Im Ökogarten schneiden wir die Pflanzen ab, lassen diese auf dem Beet liegen. Die Wurzeln verbleiben im Boden und können so verrotten. So bleibt der Stickstoff im Boden.

Querverweise: Mischkulturen, Fruchtfolgen, Knöllchenbakterien

Vor dem Lehmanstrich wird der Stamm abgebürstet, um Schädlinge aus der Rinde zu entfernenLehmanstrich für Obstbäume

Im Ökogarten bringen wir jedes Jahr einen Baumanstrich bis in die Kronenbasis unserer Obstbäume an. Ein Baumanstrich verhindert Frostrisse und Tierfraß und regt das Wachstum der Rinde an. Bewährt hat sich der Lehmanstrich. Wir stellen eine Lehmbrühe aus Lehm, Kuhfladen, Steinmehl oder Holzasche und evtl. Schachtelhalmbrühe her. Die Mischung schützt die Rinde vor Frostrissen und liefert gleichzeitig Nährstoffe. Denn, bei den ersten Sonnenstrahlen beginnt der Zellsaft aufzutauen und flüssiger zu werden, dann drohen bei Rissen Erfrierungserscheinungen. Vor dem Auftragen mit einem Pinsel säubern wir die Rinde mit einer Bürste. Hierbei können Schädlinge, die sich in der Rinde verborgen haben, entfernt werden. Alternativ kann man auch einen Weißanstrich auf die Rinde auftragen.

Querverweise: Obstbäume, Weißanstrich

Leimringe werden gegen Frostspanner eingesetztLeimring

Der Leimring wird um die Stämme der Obstbäume angebracht, um die Frostspannerweibchen abzufangen. Die Frostspannerweibchen klettern am Stamm hoch und legen ihre Eier an die Knospen der Bäume. Die Fraßschäden der grünen Larven sind bekannt. Da die Folie mit einem Klebstoff versehen ist, bleiben die Insekten beim Heraufklettern am Stamm kleben. So weit so gut. Früher wurden die Leimringe im September angebracht. Die Zeiten haben sich verschoben, sodass die Weibchen schon früher aktiv sind. Auch ist der Leimring nur eingeschränkt funktionstüchtig, da viele Larven mit einem Faden von Baum zu Baum vorankommen können. Der sog. Franzring ist eine Verbesserung. Wir haben eine eigene Konstruktion eingesetzt. Tipp: Die Leimringe sollten jedes Jahr neu installiert werden, da die Frostspannerweibchen die Eier unterhalb ablegen. Auch sollte die Rinde abgebürstet werden.

Querverweise: Biologischer Pflanzenschutz, Frostspanner

Die Heidelibelle ist rot-gelb gestreift. Hier der Kopf mit den Facettenaugen und BrustLibelle

Wer mag sie nicht: die schnellen, kühnen Flieger – unsere Libellen. Hat man einen Teich im Biogarten, sind Libellen regelmäßige Besucher. Die Libellen legen ihre Eier in stehende Gewässer. Die Larven leben dort räuberisch. Besonders schön ist es zu beobachten, wenn Libellen aus ihrer Larve schlüpfen. Dann pumpen sie die zarten Flügel langsam auf. Die ersten Flugversuche kommen uns noch etwas unsicher vor. In dieser Phase sind sie vor Fressfeinden kaum geschützt. Libellen sind Räuber, die ihre Beutetiere – andere Fluginsekten – im Flug fangen. Sie jagen auch über Wiesen oder Spazierwegen. Im Ökogarten erfreuten wir uns u. a. an der Blaugrünen Mosaikjungfer, der Heidelibelle und der Azurjungfer.

Querverweise: Förderung von Nützlingen, Bau eines Teiches, Libellenlarve

Die Heidelibelle ist rot-gelb gestreift. Hier der Kopf mit den Facettenaugen und BrustLibellenlarve

Die Libellenlarven leben in stehenden Gewässern räuberisch. Sie fressen Mückenlaren, Kleinkrebse oder auch manchmal Kaulquappen. Sie atmen durch Kiemen. Die Larven können bis zu fünf Jahre im Gewässer leben, bevor sie an einer Pflanze aus dem Wasser kriechen und dann dort die fertige Libelle schlüpft.

Querverweise: Förderung von Nützlingen, Bau eines Teiches, Libelle, Insekten, Mosaikjungfer

Salat – hier Lollo Rosso – gehört zu den LichtkeimernLichtkeimer

Wenn Pflanzen oder Kräuter beim Keimen Licht benötigen, spricht man von Lichtkeimern. Die Samen wenn dann nur auf die Erde ausstreut, nicht eingearbeitet. Zu den lichtkeimenden Kräutern gehören: Basilikum, Bohnenkraut, Gartenkresse, Oregano, Estragon, Majoran, Thymian und Zitronenmelisse. Lichtkeimende Gemüsepflanzen sind: Kopfsalat, Römischer Salat, Sellerie, Tomaten.

Querverweise: Kräuter im Garten

Ein Kohlblatt wurde als Köder ausgelegt – die Lockfalle hat funktioniertLockfalle gegen Schnecken

Schnecken benötigen Feuchtigkeit. Sie ziehen sich am Tag an feuchte Standorte zurück. Will man Schnecken im Beet anlocken, ist dies recht einfach. Große Kohlblätter oder Rhabarberblätter dienen als Köder. Unter den Blättern bleibt es feucht, und man kann die Schnecken absammeln. Ein weitere wirksame Methode ist das Einbringen von Wegplatten, die an einer Seite einen engen Zugang zu einer kleinen Höhle lassen. In die Höhle gibt man noch ein Salatblatt, und die Falle ist gelegt.

Querverweise: Biologischer Pflanzenschutz, Schneckenregulierung, Schneckenrahmen, Schneckeneimer, Spanische Wegschnecke

Früher in Bauerngärten häufig anzutreffen: LuftzwiebelnLuftzwiebeln

Luftzwiebeln stellen eine besondere Art der Zwiebeln dar. An der Spitze des Zwiebelrohrs bilden sich kleine Zwiebelchen. Man kann diese Zwiebelchen in der Küche verwenden und als Saatzwiebeln zum Anbau der Luftzwiebeln verwenden. Auch das grüne Blattrohr findet in der Küche, oft roh in Salaten, Verwendung. Schön anzusehen: auf unserer Kräuterspirale im Ökogarten haben die Luftzwiebeln ihren Platz gefunden.

Querverweise: Gemüsepflanzen, Zwiebel

Die Lupine wird als Grünsaat zur Bodenlockerung eingesetztLupinen

Lupinen gehören zu den Leguminosen und reichern wie Bohnen und Erbsen mit den Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft im Boden an. Sie gehören zu den Gründungspflanzen. Mit ihren bis zu 1,5 m langen Wurzeln sorgen sie für eine Tiefenlockerung des Bodens. Wir säen Lupinen wie Phacelia auf Beete, die eine Ruhephase vor sich haben.

In der Landwirtschaft hat die Lupine große Bedeutung. Nach der Ernte, Wurzeln mit den Knöllchenbakterien im Boden belassen (Stickstoff), das Laub kann kompostiert werden oder als Mulch Verwendung finden.

Querverweise: Erbsen, Stangenbohnen, Wein, Gründünger, Flächenkompostierung, Mulchen, Phacelia, Weißklee, Wicke

Ökogarten der VHS Völklingen
Gehlheidstraße • 66333 Völklingen-Fürstenhausen

Aus dem VHS-Ökogarten ist der Bürgergarten Völklingen geworden:
zur Projektbeschreibung

Die VHS Völklingen bedankt sich bei allen Ökogärtnern, die zu diesem nachhaltigen Projekt ein Beitrag geleistet haben.